Alarmübung SILVA IGNIS 2018

Alarmübung SILVA IGNIS 2018

12. Mai 2018 Aus Von Alexander Keutz

Feuerwehren aus Messel und Egelsbach sowie Rettungskräfte aus Dieburg und Polizei proben den Ernstfall.

Kurzinfo: Am Samstag den 12.Mai, fand eine Alarmübung zwischen den Feuerwehren Messel und Egelsbach statt. Die Hessische Bereitschaftspolizei unterstützte die Löscharbeiten mit dem Polizeihelikopter IBIS vom Flugplatz Egelsbach. Angenommene Lage war ein Verkehrsunfall mit Brandeinsatz. Insgesamt wurden ca. 25 Patienten versorgt und zum Teil aus verunfallten Fahrzeugen gerettet. Über 50 Kräfte der Feuerwehren Egelsbach und Messel, der SEG Dieburg der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Ehrenamt Dieburg, der Hessischen Bereitschaftspolizei mit knapp 15 Fahrzeugen und Helikopter sowie über 25 Darsteller waren beteiligt.

Ausführlicher Einsatzbericht: Am Samstagmorgen, 12. Mai, um 9:11 Uhr wurden die Messeler Bürger aufgeschreckt. In Messel heulten die Sirenen und kurze Zeit später hörte man minutenlang Martinhörner. Aber nicht nur die Einsatzkräfte der Feuerwehr Messel wurden durch die Zentrale Leitstelle Darmstadt-Dieburg mit der Sirene und ihren Funkmeldeempfängern alarmiert, sondern auch die SEG Dieburg der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Ehrenamt Dieburg
sowie kurze Zeit später durch die Zentrale Leitstelle Dietzenbach die Freiwillige Feuerwehr Egelsbach.
Im Wald zwischen Messel und Egelsbach war es zu einem Feuer nach einem Verkehrsunfall gekommen berichteten aufgeregte Waldspaziergänger am Notruf. Anfliegende Flugzeuge auf den Flugplatz Egelsbach meldeten der Deutschen Flugsicherung ebenfalls eine schwarze Rauchwolke aus dem nahen Koberstädter Waldgebiet.
Aber was war passiert? Mehrere Jugendliche und junge Erwachsene hatten sich am Abend des 11. Mai zu einem illegalen Waldrennen mit verschiedenen KFZ verabredet. Zum Schutze der Strafverfolgung wurden die Zuwege mit Bäumen versperrt, die vorher gefällt wurden. Es wurden Alkohol und Betäubungsmitteln konsumiert.
In den Morgenstunden des 12. Mai fand nun erneut ein Rennen unter Beteiligung von fünf PKW statt. Dieses Rennen geriet in Höhe der „Ziellinie“ außer Kontrolle. Alle PKW verunglückten mit Personen an Bord. Mehrere Menschen wurden von den Fahrzeugen erfasst. Vor Ort gab es nun fünf beteiligte PKW, die teilweise auf dem Dach oder Seite lagen, mit zum Teil eingeschlossen und eingeklemmten Menschen an Bord sowie eine hohe Zahl an Betroffenen (Leicht-, Mittel und Schwerstverletzt.). Durch die Panik geriet ein Lagerfeuer außer Kontrolle und entfachte ein Flächenbrand.

Diese Lage fanden nun kurze Zeit nach der Alarmierung die Einsatzleiter der Feuerwehren beim Eintreffen vor Ort vor. Die Fahrzeuge konnten aber nicht zum Einsatzort vorrücken, da erst die gefällten Bäume zersägt und bei Seite geschafft werden mussten. Ein zusätzlicher Stress- und Arbeitsfaktor für die Rettungskräfte. Insgesamt waren 22 Beteiligte zu sichten, behandeln und in die Krankenhäuser abzutransportieren. Daher wurde von einer MANV-Lage ausgegangen (Massenanfall von Verletzten). Die erste Versorgung übernahmen bis zum Eintreffen der Rettungsdienstkräfte die Feuerwehrleute. Zusätzlich fing ein beteiligter PKW Feuer und stand bei Eintreffen der Kameradinnen und Kameraden in Vollbrand. Eine Ausbreitung auf die trockene Wiese drohte – zusätzlich zum dem weiter entfernten Flächenbrand.

Kurze Zeit später waren die Hindernisse bei Seite geschafft und alle Großfahrzeuge konnten zum Einsatzort vorrücken. Die Feuerwehren bildeten Einsatzabschnitte, teilten Ihre Arbeit somit auf und begannen unverzüglich mit der Personenrettung. Diese gestaltete sich aufgrund der komplizierten Lage der Fahrzeuge als schwierig und es musste schweres Gerät und viel Personal eingesetzt werden. Es konnten glücklicherweise alle Personen, die durch reale Darsteller der Notfalldarstellung des DRK Kreisverbandes Darmstadt in Kooperation mit der Notfalldarstellung DRK KV Groß-Gerau und der Notfalldarstellung DRK KV Offenbach, unter der Gesamtleitung Stefan Rübsamen (DRK Darmstadt) gespielt wurden, gerettet werden. Parallel konnte der Polizeihubschrauber IBIS der Hessischen Bereitschaftspolizei zum Löscheinsatz des Flächenbrandes eingesetzt werden.

Gegen 12 Uhr war die Übung für die Einsatzkräfte beendet. Insgesamt waren über 50 Kräfte der Feuerwehren Egelsbach und Messel, der SEG Dieburg der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. Ehrenamt Dieburg, der Hessischen Bereitschaftspolizei sowie über 25 Darsteller beteiligt. Über 15 Fahrzeuge sowie der Polizeihelikopter mussten den Weg zum Einsatzort finden.
Die Übung wurde realisiert auf Seiten der Feuerwehr Messel von Skander Essadi und auf Seiten der Feuerwehr Egelsbach von Jens Steinmann. Tim Schätzler, Gemeindebrandinspektor in Messel, zeigte sich zufrieden: „Das Übungsszenario erfordert einiges an Koordination und Abstimmung. Die Übung hat gezeigt, dass man mit einer guten Ausbildung auch komplexere Einsatzlagen schnell abarbeiten kann. Kurze Absprachen sorgen in der Zusammenarbeit mit anderen Feuerwehren und Hilfsorganisationen für klare Strukturen und eine gute Aufteilung. Übungen in dieser Form sind sehr wichtig, nur dadurch können wir Punkte erkennen welche wir noch verbessern müssen.“

Im Namen der Feuerwehr Messel möchten wir uns natürlich bei einigen Firmen, Organisationen und Personen bedanken. Ohne sie wäre diese Übung so nicht möglich gewesen. Vielen Dank an den Landesbetrieb HessenForst, hier Herrn Kramm und Herrn Schröpfer, die uns so viel ermöglicht haben. Großes Dankeschön auch an die örtlichen KFZ-Betriebe in Messel, hier besonders Herrn Lenhard, Herrn Heusel und Herrn Fehlner die uns mit Equipment und Logistik unterstützt haben. Dank auch an Herrn Grode von Fraport für die Bereitstellung von Unfallfahrzeugen und der Berufsfeuerwehr Darmstadt, die uns mit schwerem Gerät bei der Unfalldarstellung geholfen haben. Die Übungsleitung möchte sich zusätzlich bei den Leitern der jeweiligen Feuerwehren, auf Seiten Egelsbach Herrn Klöppel und auf Seiten Messel Herrn Schätzler, für das entgegengebrachte Vertrauen bedanken.

Text: Feuerwehr Messel
Bilder: Einsatzreport Südhessen