Scheune brennt nieder

Scheune brennt nieder

7. August 2018 Aus Von Alexander Keutz

Eine Scheune, die mitsamt angrenzendem Stall lichterloh in Flammen steht, in Langenbrombach und circa 20 brennende Strohballen in Ober-Sensbach: Zwei große Brandeinsätze haben Feuerwehren, DRK-Helfer und Polizei im Odenwaldkreis am späten Dienstagabend gehörig auf Trab gehalten.
Menschen und Tiere kamen in Langenbrombach nicht zu Schaden, der Gesamtschaden dort wird auf mehrere hunderttausend Euro geschätzt. Die Brandursache ist noch unklar, die Kripo ermittelt; für Donnerstag ist ein Gutachter bestellt. Bei dem Gehöft hat es in der jüngeren Vergangenheit bereits drei Mal gebrannt.
In Ober-Sensbach erlitten ein Feuerwehrmann und der Eigentümer der Strohballen Schwächeanfälle – verursacht durch Hitze und Rauchentwicklung. Sie wurden von Rettungskräften ins Krankenhaus gebracht.
Der Brand an der Oberdörfer Straße in Langenbrombach war der Einsatzleitstelle der Polizei in Darmstadt am Dienstag um 23.37 Uhr gemeldet worden. Die Scheune war zuletzt nur als Stroh- und Heulager genutzt worden. Im angrenzenden Stall war ein Traktor untergestellt, der Opfer der Flammen wurde.
Zur Brandbekämpfung waren neben der Freiwilligen Feuerwehr Brombachtal mit allen Ortsteilen Einsatzkräfte der Wehren aus Erbach, Michelstadt, Bad König, Reichelsheim, Höchst und Groß-Umstadt im Einsatz gewesen. Die insgesamt 120 Aktiven schafften es, trotz starken Funkenflugs ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus des landwirtschaftlichen Gehöftes zu verhindern; dort gingen nur Fensterscheiben zu Bruch. Gegen 0.30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle; die Brandwache wird bis Donnerstagnachmittag andauern.
„Besonders zu kämpfen hatten wir mit einem immensen Funkenflug, bedingt durch den Wind am Dienstagabend“, berichtete Brombachtals Gemeindebrandinspektor Tim Deffke auf ECHO-Anfrage. „Das erschwerte die Löscharbeiten und barg angesichts der Trockenheit zudem die Gefahr, dass es auf einem rund 100 Meter entfernten Reitstall hätte durchzünden können.“ Dort hatten Anwohner in einem Strohballen-Lager mit etwa 200 Rundballen bereits vorbeugend eingegriffen, bevor die Feuerwehr anrückte.
Zweiter Knackpunkt war die Löschwasserversorgung: Wegen der Trockenheit stand den Einsatzkräften nur relativ wenig Löschwasser zur Verfügung, sodass eine längere Schlauchstrecke zu einer mehrere hundert Meter entfernten Löschwasserreserve verlegt werden musste. Zusätzlich mussten mehrere Tanklöschfahrzeuge im Pendelverkehr Löschwasser herbeischaffen.
„Kompliment an die Feuerwehrleute, die den Brand so schnell und gut in den Griff bekommen haben“, meinte Bürgermeister Willi Kredel, der in der Nacht ebenfalls zur Einsatzstelle gefahren war. „Das ist alles schlimm für die Bewohner. Das ganze Ausmaß wird sich aber wohl erst in den nächsten Tagen zeigen.“
Zur Brandentstehung in Langenbrombach können laut Gemeindebrandinspektor Deffke derzeit noch keine Angaben gemacht werden. Die Kripo hat Ermittlungen gestartet. Zeugen, die möglicherweise etwas Verdächtiges bemerkt haben, sollen sich an die Polizei in Erbach (Telefon 06062-9530) wenden.
Bis 2 Uhr in der Nacht zu löschen hatten rund 90 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren von Ober- sowie Unter-Sensbach, Kailbach, Hebstahl, Beerfelden, Erbach und Michelstadt bei einem Strohballenbrand in Ober-Sensbach. Die etwa 20 Rundballen, die nahe des Waldes in Flammen aufgingen, hätten ohne Weiteres zu einem Waldbrand führen können. Um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern, wurde der umliegende Forst gewässert. In Ober-Sensbach war die örtliche Wehr um 21.58 Uhr alarmiert worden. Weil es am Brandort kein Wasser gab und das Löschwasser der Einsatzfahrzeuge nicht ausreichte, musste eine Zuleitung zu einem etwa eineinhalb Kilometer entfernten Löschteich verlegt werden.
Ein Feuerwehrmann und der Eigentümer der Strohballen erlitten Schwächeanfälle. Noch bis 5.30 Uhr am Morgen, so Uwe Volk, der Stadtbrandinspektor für Oberzent/Sensbachtal, war man zur Brandwache vor Ort. Auch dort ist bisher unklar, wie es zu dem Brand kam.

Quelle: Echo-Online.de